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Die vier Nationen von Großbritannien

Großbritannien besteht aus vier verschiedenen Nationen. England, Wales, Schottland und Irland. Jede Nation gehört zwar zum Königreich, doch das eigene Nationalgefühl und -verständnis nimmt manchmal sonderbare Formen an.

Viele sprechen von “England” wenn sie eigentlich von Großbritannien sprechen. Das ist aber strenggenommen nicht richtig und kann einige Leute sehr ärgerlich werden lassen. Ein Entschuldigung ist vielleicht die Dominanz Englands, z.B. in der Politik.

England ist aber nur eine der vier Nationen auf den britischen Inseln (England, Schottland, Wales und Irland). Der politische Zusammenschluß dieser Nationen ging langsam vonstatten. Den Schlußpunkt bildete 1800 das irische Parlament, das sich mit dem Parlament von England, Schottland und Wales in Westminster verband. So wurde wurde die ganzen britischen Inseln einem Staat, dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland. Dennoch wurde 1922 ein großer Teil von Irland wieder ein eigener Staat.

Kelten und Germanen
Die vier Nationen waren früher in allen Aspekten völlig unterschiedlich. Vor allem aber stammen sie anderen Stämmen/Rassen ab. Die Leute in Irland, Wales und aus dem Hochland Schottlands stammen von keltischen Stämmen ab, während die Menschen aus England und dem restlichen Schottland von germanischer Abstammung sind.
Die Unterschiedlichkeit spiegelte sich auch in der Sprache nieder. Die Menschen der keltischen Region sprachen keltische Sprachen wie irisch, gälisch, schottisches gälisch und walisisch. Die Einwohner der germanischen Gegenden sprachen einen germanischen Dialekt. Aus einem von diesen Dialekten entwickelte sich auch das heutige moderne Englisch.
Zum Teil hatten die Nationen auch verschiedene Wirtschafts-, Gesellschafts- und Rechtssysteme.

Typische Zeichen der einzelnen Nationen

Namen
Die Vorsilben “Mac”oder “Mc” im Nachnahmen wie by McCarthy, McCartney oder MacDonald) sind immer schottischer oder irischer Herkunft. Die Vorsilbe “O” wie bei O´Hara ist kennzeichnend für irische Namen. Viele Nachnamen (z.b. Price, Rees, Jones, Lloyd) sind eigentlich walisischer Herkunft, auch wenn man sie heute überall in Großbritannien findet. Der häufigste Nachname in Großbritannien ist “Smith”, das dem deutschen “Schmidt” entspricht.

Auch Vornamen können bestimmten Regionen zugeordnet werden. Die schottische Form von “John” ist “Ian” und die irische Form lautet Sean. Heute sind allerding alle drei Namen überall in Großbritannien üblich.

Kleidung
Der Kilt, ein Rock mit Schottenmuster, der von Männern getragen wird, ist das Symbol eines Schotten. Allerdings wird der Kilt, ähnlich wie Dirndl und Lederhosen in Bayern, kaum im alltäglichen Leben getragen, sondern hauptsächlich zu Feiern, Veranstaltungen und Feiertagen.

Klischees
Es gibt verschiedene Klischees über die einzelnen Nationen in Großbritannien. Wie wir Deutschen die Bayern gern mit Lederhosen und Dirndl zeigen oder die Menschen im Norden als kühl bezeichnen, so gibt es diese Stereotypen auch auf den Inseln.
Die Iren gelten als große Redner, den Schotten wird nachgesagt, sie seien sehr sparsam und die Waliser sind bekannt als große Sänger. Dies sind natürlich nur Klischees und keine genaue Beschreibungen der Leute der verschiedenen Nationen.

Nationale Zugehörigkeit
Sicherheitshalber sollten Sie von den Menschen als “Briten” reden und “britisch” als Adjektiv benutzen. So laufen Sie nicht Gefahr, jemanden zu verärgern.

Die Einwanderung von Schotten, Iren und Walisern nach England hat eine lange Tradition. Daher gibt es viele Menschen, die in den geographischen Grenzen Englands wohnen, sich aber nie als Engländer bezeichnen würden.

Die nationale Zugehörigkeit wird besonders im Sport deutlich. An der Olympiade nehmen das “Vereinigte Königreich” und die “Republik Irland” teil. Im Kricket gibt es die Nationalmannschaften England (England und Wales), Schottland und Ireland (Nord und Republik). Im internationalen Rugby-Vergleich gibt es schon vier Nationalteams. England, Wales, Schottland und Irland (Nord und Republik). Im Fußball spielt dann jeder für sich.
Jemand, dessen Familie aus Irland stammt, der aber immer in England gelebt hat, wünscht sich, daß Irland gewinnt. Gleichzeitig würde er aber genauso wollen, daß England gewinnt, wenn das englische Team z.B. gegen Frankreich antritt.

Es gibt übrigens kleine Regionen Englands, die eine spezielle Vereinbarung mit Großbritannien geschlossen haben. Diese sind “Isle of Man” und die Kanalinseln. Beide haben eine eigene Regierung, ein eigenes Parlament, ein eigenes Steuersystem und teilweise sogar eine eigene Währung.

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