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Kulinarische Entdeckungsreise

Eine kulinarische Entdeckungsreise

Echten Britain-Fans entlocken die immer noch überlebenden Vorurteile über das angeblich so schlechte Essen in Großbritannien ja nur ein müdes Lächeln. Sie haben solide Kenntnisse in Sachen English Breakfast und Afternoon Tea, Pub Food birgt für sie kein Geheimnis, sie wissen, dass es englischen Wein gibt, und haben schon einmal schottischen Malt Whisky probiert.

Überall in Britain gibt es lokale Spezialitäten – und diese findet man immer öfter auch auf den Speisekarten von Pubs und Restaurants. So hervorragend die Restaurants der Ethnic Cuisine in Großbritannien sind, so begrüßenswert ist auch die Rückbesinnung auf die Verwendung lokaler Produkte für regionale Gerichte von hoher Qualität, die unter dem Motto „A Taste of ...“ in fast allen Landstrichen zum Programm wurde. Halten Sie Ausschau nach Pubs, Cafés, Restaurants, aber auch Feinschmeckerläden, die sich dieser Aktion angeschlossen haben. Gerade in ländlicher Umgebung kochen auch die Gastgeber auf Bauernhöfen und in Landgasthäusern nach traditionellen Rezepten der Region und verwenden frische lokale Produkte der Jahreszeit.

Schottland ist nicht nur berühmt für Whisky, Lachs und Angus Beef, sondern auch für hervorragende Wildgerichte und gehaltvolle Kuchen. Eine einzigartige Idee setzt Neil Macrae an der schottischen Westküste um: Er bietet Fischliebhabern an Bord seines Bootes eine zweistündige Erlebnistour, während der frische Langusten, Jakobsmuscheln und Hummer an Bord gekocht und genossen werden. Vorausbuchungen werden dringend empfohlen (www.the-seafood-restaurant.co.uk). Wales begeistert mit zartem Lammfleisch, bodenständiger Landhausküche und vielen Gebäckspezialitäten, etwa dem feinen Teekuchen Barabrith. Wer gerne Sushi isst, sollte in Wales nach Laverbread fragen und sich überraschen lassen! Das Herz von England bereichert die Speisekarte mit ausgezeichneten Fleischpasteten, aber auch Wein aus eigener Ernte. Während sich Südostengland als Weinproduzent auch international schon einen Namen gemacht hat, ist Wein aus dem Herzen von England (fast) noch ein Geheimtipp. In küstennahen Gebieten bestimmt natürlich das Meer den Speiseplan, und so ist nicht nur Cornwall ein Paradies für Seafood-Liebhaber, auch in Ostengland kommen diese auf ihre Kosten. Austern aus Colchester, Muscheln aus Stiffkey, Aal aus dem Fenland, Krebse und Hummer aus Cromer und Hering und Heilbutt aus Lowestoft sind da nur einige Beispiele.

Natürlich findet man frische, lokale Produkte auch mehrmals wöchentlich überall dort, wo Bauern, Bäcker, Käsereibesitzer, Metzger und Imker auf dem Marktplatz ihre Stände aufbauen. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich auch die Farmers’ Markets, die besonders im Sommer und Herbst in ländlichen Regionen stattfinden. Die Landwirte gehen mit der Zeit und bieten Daten und Fakten im Internet unter www.farmersmarkets.net.

In den letzten Jahren bestimmt eine neue Entwicklung den Terminkalender britischer Gourmets: In allen Teilen des Landes werden Food Festivals ausgerichtet, bei denen sich die begeisterten Besucher über regionale Produkte, traditionelle Rezepte und zukunftsweisende Entwicklungen informieren. Der Erfolg der vergangenen Jahre hat die Zahl der Food Festivals vervielfacht, als einige wenige Beispiele möchten wir für 2003 die Veranstaltungen im englischen Ludlow (www.foodfestival.co.uk), im walisischen Abergavenny (www.abergavennyfoodfestival.co.uk) und auf den schottischen Orkney-Inseln (www.visitorkney.com) nennen.

Jamie Olivier & Co.
Jamie Olivierass Großbritannien im kulinarischen Bereich schon lange kein Entwicklungsland mehr ist, beweisen nicht nur die vielen Michelin-Sterne am Restaurant-Himmel. Einige der renommiertesten Köche lehren in Fernsehshows das Kochen und verraten Küchentricks auch übers Internet: Jamie Oliver (www.jamieoliver.net) ebenso wie Delia Smith (www.deliaonline.com) und Rick Stein (www.rickstein.com). Die Webseite der Fernsehanstalt BBC bietet unter www.bbc.co.uk/food ein fantastisches Portal für „Foodies“, wo nicht nur all die Publikumserfolge von The Naked Chef über Food Heroes und The Way We Cooked bis Two Fat Ladies, sondern auch alle Chefköche detailliert vorgestellt werden; es finden sich darüber hinaus auch abertausende von Rezepten für alle Anlässe.
Auch wer schon immer einmal einen Kochkurs mitmachen wollte, wird hier fündig und kann ihn gleich mit einem kostenlosen Zusatzprogramm „Englisch für Fortgeschrittene“ kombinieren (www.bbc.co.uk/food/cookeryschools). Von Nick Nairn im hohen (schottischen) Norden bis zu Rick Stein im tiefen (cornischen) Süden – die Kochschulen der renommierten Chefköche sind in Großbritannien extrem erfolgreich. In Bath etabliert sich gerade eine vegetarische Kochschule (www.vegetariancookeryschool.com).

Wer von seiner kulinarischen Reise durch Großbritannien etwas Hervorragendes (und gar nicht mal Teures) für den heimischen Kühlschrank mitnehmen möchte, der sollte sich für britischen Käse entscheiden. Großbritannien hat dem Feinschmecker ein wirklich einzigartiges Käsesortiment zu bieten: Ob die Milch vom Schaf, der Ziege oder der Kuh stammt, der Käse frisch und weich oder lange gereift und würzig ist, die Variationen sind unzählbar. Neben den Klassikern Stilton, Cheddar, Gloucester und Red Leicester gibt es unbekanntere Sorten wie Swaledale, Oxford Blue oder gar Stinking Bishop. Besonders geschmackvoll ist Organic Farmhouse Cheese, der zum Glück mittlerweile fast überall angeboten wird. Vielleicht sind Sie ja mit dabei, wenn im September 2003 in Chipping Campden in den Cotswolds der British Cheese Award vergeben wird?

Und wer nach all den lukullischen Einkaufsausflügen auf Märkte, in Farmshops und „Delicatessen“ ein wenig Sehnsucht hat nach den fast schon in Vergessenheit geratenen Grundlagen all unserer ausgeräumten Vorurteile gegen die britische Küche, dem sei der Besuch in einem richtig großen Supermarkt empfohlen, wo er den Einkaufswagen beladen kann mit Tea Bags, Marmelade, Chutneys, Salt and Vinegar Chips, Strong Cider, Branston Pickles, HP Brown Sauce oder sogar Marmite ...

Das Rezept für diesen fruchtigen Nachtisch stammt aus dem Melton's Restaurant in York:

Summer Pudding

6 Portionen
225 g Rote Johannisbeeren
110 g Schwarze Johannisbeeren
450 g Himbeeren
150 g Zucker
7-8 mitteldicke Scheiben Weißbrot oder Toastbrot (ohne Rinde)

Fetten Sie eine Puddingform (ca. 850 ml) leicht mit Butter ein. Waschen Sie die Früchte und geben Sie sie zusammen mit dem Zucker in einen großen Topf. Köcheln Sie die Mischung bei mittlerer Hitze ca. 3-5 Minuten lang, bis der Zucker sich aufgelöst hat und der Saft auszutreten beginnt. Nicht zu lange kochen lassen, das verdirbt den frischen Geschmack! Nehmen Sie die Früchte vom Herd und bedecken Sie die Innenfläche der Puddingform mit den Brotscheiben. Lassen Sie die Scheiben überlappen und pressen Sie die Ecken gut zusammen. Kleine Lücken mit Brotstückchen verschließen, so dass der Saft nicht hindurchfließen kann.

Geben Sie die Früchte und den Saft (sparen Sie eine kleine Tasse voll auf) in die Form und bedecken Sie den Pudding mit weiteren Brotscheiben. Setzen Sie nun eine Untertasse oder einen Teller (muss genau in den Innenrand der Form passen) auf die Masse in der Form und beschweren Sie den „Deckel“ mit einem Gewicht von 1-2 kg. Lassen Sie den Pudding über Nacht im Kühlschrank durchziehen.

Kurz vor dem Servieren stürzen Sie den Pudding auf eine größere Servierplatte. Geben Sie mit dem Löffel auf all die Stellen, die noch weiß sind, etwas von dem restlichen Saft. Servieren Sie den „Summer Pudding“ mit Schlagsahne!

Weitere Recherche im Internet:

www.scottishfoodanddrink.com
www.tasteofwales.com
www.tastesofanglia.com
www.taste-ofthe-southeast.co.uk
www.heff.co.uk
www.northumbria-larder.co.uk
www.yorkshirepantry.co.uk

Quelle: VisitBritain

 

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